Friedrich, der im vergangenen Jahr Feuerwehr-Weltmeister mit dem Mointainbike und im Einzelzeitfahren auf der Straße wurde, hat sich akribisch auf die WM vorbereitet, hat seit November ungefähr 20 000 Kilometer auf dem Rad zurückgelegt. Gleich vier Trainingslager, davon eines in Südafrika, hat der 27 Jahre alte Student absolviert. Friedrich wird bei der WM mit Wut im Bauch starten. Erst über ein Berufungsverfahren vor dem Landgericht Frankfurt konnte er erwirken, dass er bei der WM mitfahren darf. Grund für den Weg über die rechtlichen Instanzen war eine Sperre des Hessischen Radfahrerverbandes gegen Friedrich. Der Verband hatte mit der Maßnahme auf den Vereinsausschluss Friedrichs von der RSG Frankfurt reagiert. Der Verein aus der Mainmetropole hatte sich von Friedrich getrennt, weil er bei den Hessischen Straßenmeisterschaften im Mai nicht das Vereinstrikot getragen hatte.
«Ich konnte das nicht verstehen, sonst hatte ich keine Probleme mit dem
Verein», kommentiert Friedrich das Übel, wegen dem er die Deutsche
Mountainbike-Meisterschaft in Kirchzarten nicht fahren konnte. Nun kann
Friedrich, der inzwischen zum VC Darmstadt gewechselt ist, aber wieder an
Lizenzrennen teilnehmen. Auf die Marathon-Distanz (80 bis 120 Kilometer, je
nach Rennen) ist er wegen der sportlichen Perspektive und des höheren
Preisgeldes umgestiegen. «Cross-Country-Fahren hat wenig Zukunft», glaubt
Friedrich, «da sind nur noch eine Hand voll Spezialisten dabei gewesen und es
gab kaum Zuschauer.»
Weitaus mehr als auf Querfeldein-Strecken wird beim 24-Stunden-Rennen in
München los sein, bei dem der Münsterer am Wochenende mitfahren wird. Nach dem
Sieg beim Rhön-Bike-Marathon und zweiten Plätzen bei der Bike-Challenge in
Alsfeld, den Marathons in Tabarz und Schotten sowie der Hessenmeisterschaft
auf der Straße ist das eine letzte Standortbestimmung für Max Friedrich, der
sich bei der WM so viel vorgenommen hat. (rem)